Menschen in Ostbrandenburg unbeeindruckt von Euro-Krise
Umfrage der Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburgs: Vertrauen in Wirtschaft – Unzufriedenheit mit Politik
Frankfurt (Oder), 29. August 2011. Die Ostbrandenburgerinnen und Ostbrandenburger erwarten keine Auswirkungen der Euro-Krise auf ihre persönliche Situation. Im Gegenteil: Wie eine Umfrage der Wirtschaftsjunioren ergab, vertrauen sie in den Wirtschaftsaufschwung, schätzen die deutsche Wirtschaft als extrem wettbewerbsfähig ein und sehen auch die Entwicklung der eigenen Finanzen optimistisch. „Dabei sind die Bürger im Kammerbezirk Ostbrandenburg allerdings weniger optimistisch als im Bundesdurchschnitt“, erläutert Carsten Voss. Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg. Die Abweichung führt er darauf zurück, dass man in Brandenburg Entwicklungen und Trends besonders skeptisch beobachte und die neue Landesregierung ihre wirtschaftspolitische Kompetenz erst noch unter Beweis stellen müsse – das bisher Geleisteste überzeuge nicht.
Deutschlandweit haben die Wirtschaftsjunioren rund 8.600 Menschen befragt. Die Projektleiterin Yvonne Zinke erklärt, dass die Wirtschaftsjunioren in Ostbrandenburg vor Ort rund 160 Bürgerinnen und Bürger mit der Umfrage erreichten.
„Im Bundesdurchschnitt stellen wir fest, dass die gute Situation keineswegs als Ergebnis erfolgreicher Politik wahrgenommen wird“, erklärt Michael Völker, Kreissprecher Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg. „Die Arbeit der Bundesregierung wird zum Beispiel nur mit der Note 3,7 bewertet – von den Menschen in der Region sogar noch schlechter.“
Bei der Umfrage am haben die Wirtschaftsjunioren Ostbrandenburg auch nach ihrer Einstellung zu lokalen Themen gefragt. So sind die Mehrzahl der ostbrandenburger Befragten (78%) nicht oder nur kaum bereit, für einen Ausstieg aus der Atomenergie, einen höheren Energiepreis in Kauf zu nehmen. Auch hier liegen die Ostbrandenburger über dem Bundesdurchschnitt von 70 %, erklärt Yvonne Zinke.
Auch beim Thema Arbeitnehmerfreizügigkeit sehen nur 17 % der Befragten vor Ort eine Chance für die Region. Im Bundesdurchschnitt wurde die Frage zu 26 % positiv und weniger skeptisch als in Ostbrandenburg beantwortet. |